Fachwerkhäuser, die Kathedrale, Villen des Badeortes Conleau–bei einem Spaziergang durch das kulturelle Erbe von Vannes streift man durch zwei Tausend Jahre Kunst und Geschichte.
DIE STADTMAUERN
Die Stadtmauern von Vannes stellen eines der wichtigsten Elemente der Stadtlandschaft dar und zeugen von 1 500 Jahren Militärgeschichte.
Ende des III. Jahrhunderts, als das römische Reich ins Schwanken geriet, erhielt Vannes, damals Darioritum die Genehmigung zur Befestigung.
Östlich der gallo-römischen Stadt wird auf dem nahe gelegenen Hügel Mené ein castrum
(befestigter Standort) errichtet.
Der dreieckige Verlauf der Verteidigungsmauer schützt eine Fläche von etwa
Im Hochmittelalter wird das castrum das Zentrum der mittelalterlichen Stadt.
Die im 13. Jahrhundert restaurierte Mauer wird zwischen 1370 und 1390 unter Jean IV, Herzog der Bretagne erweitert; die Fläche der umfriedeten Stadt verdoppelt sich.
Im Südwesten grenzt Schloss Hermine (nicht mehr vorhanden) in der Nähe des Calmont-Tors an die neue Stadtmauer.
Im 15. Jahrhundert vervollständigen Pechnasen, Kanonenauslässe und Türme das Verteidigungssystem.
Ende des 16. Jahrhunderts wird die mittelalterliche Stadtmauer durch Bastionen verstärkt, die den Ansprüchen der modernen Artillerie entsprechen.
Der im Zeitraum 1626 bis 1628 unter dem Architekten Augereau gebaute Sporn
PORTE PRISON (GEFÄNGNISTOR)
Klassifizierung als historisches Denkmal : 2. Mai 1912
Einer der ältesten Zugänge zur umfriedeten Stadt.
Im Mittelalter wird dieser Zugang das Tor nach dem dahinter liegenden Stadtviertel Saint-Patern benannt.
Im 18. Jahrhundert werden hier, wie im Turm tour du Connétable Gefangene verwahrt. Daher wird das Tor nach und nach nur noch Porte Prison–Gefängnistor genannt.
Im 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts werden das Tor und seine Türme mit Pechnasen, später mit Geschützöffnungen ausgestattet.
Es handelt sich hier um ein bemerkenswertes Beispiel eines befestigten Tors, das durch eine doppelte Hebebrücke, eine für das Tor für Karren, eine für die Fußgängerpassage gesteuert wird.
TOUR DU CONNETABLE (Konnetabel Turm)
Klassifizierung als historisches Denkmal:
28. Mai1927
An der östlichen Seite der Stadtmauer wurde Mitte des 15. Jahrhunderts gegenüber der Garenne-Ebene der Tour du Connétable errichtet.
Der Turm hat fünf Etagen, die über zwei Wendeltreppen erreicht werden.
Im unteren Saal des Turms befinden sich die Kasematten der Artillerie. In der Hauptsache wurde der Turm jedoch als Wohnraum genutzt. Dies ist in den oberen Sälen ersichtlich.
Jedes Zimmer verfügt über große Fensteröffnungen und einen Kamin.
Der für den Konnetablen, den Chef der herzoglichen Armeen bestimmte Turm steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit Unterbringungsplänen, die nie durchgeführt wurden. Dies geht aus den innerhalb der Stadtmauern sichtbaren Maurerarbeiten hervor.
Seit 1975 befindet sich der Turm im Besitz der Stadt und ist der Öffentlichkeit nur bei Führungen zugänglich.
TOR SAINT-VINCENT
Klassifizierung als historisches Denkmal:
28. Juli 1928
Von den sechs übrig gebliebenen Toren ist das sich auf den Hafen öffnende Tor Saint-Vincent zweifelsohne das schönste.
Das Tor Saint-Vincent wurde zwischen 1620 und
Ein Jahrhundert später, 1747, wird das vom Meer angegriffene Tor unter Leitung des Ingenieurs Duchemin restauriert, wobei die alte Fassade im Barockstil beibehalten wird.
Die heutige Statue des Schutzpatrons der Stadt, des Heiligen Vincent Ferrier steht seit
Hafenseitig besteht vor dem Tor im 17. und 18. Jahrhundert eine Doppelbrücke.
Die Y-förmige Brücke aus weißem Stein führt an beide Ufer der Fahrrinne.
Als 1835 der Place Gambetta geschaffen wurde, verschwand die Brücke.
STADTVIERTEL SAINT-PATERN
Hier lag das antike Darioritum; das Viertel ist das älteste von Vannes; unterirdisch liegen Überreste des Forum, der Thermen, der villae ... verborgen.
Im Hochmittelalter wird das Stadtzentrum auf den benachbarten Mené-Hügel um die Kathedrale verlegt.
Im alten antiken Zentrum wird wahrscheinlich um das 7. Jahrhundert eine erste, dem Heiligen Patern gewidmete Kirche gebaut.
Im 11. Jahrhundert umfasst die Gemeinde Saint-Patern den gesamten ländlichen Teil der Stadt.
Im Mittelalter und in der Moderne entwickelt sich ein sehr aktives Viertel um die Kirche herum:
Gerber, Handwerker,…wohnen in den Fachwerkhäusern, die noch heute in der rue de
Reisende aus Nantes oder Rennes werden in Herbergen aufgenommen.
In diesem Arbeiter- und Handwerkerviertel wird im Zeitraum 1863 bis 1865 die bemerkenswerte Präfektur des Morbihan erbaut.
KIRCHE SAINT-PATERN
Eingetragen in die Liste der historischen Denkmäler.
Kirchturm: 11. Juni 1946; gesamtes Gebäude : 17. Juli 2005
Die im 11. Jahrhundert bereits erwähnte Kirche Saint-Patern ist dem ersten bekannten Bischof von Vannes gewidmet und stellt im Mittelalter eine wichtige Etappe der Tro Breiz Wallfahrt dar.
Anfang des 18. Jahrhunderts ist das Gebäude in schlechtem Zustand; nachdem der Glockenturm im Mai 1726 bei einem Orkan einstürzte, wurde der Wiederaufbau beschlossen.
Oliver Delourme, Architekt aus Vannes erhält den Auftrag für dieses Projekt, fertigt die Zeichnungen für das Gebäude an und leitet 1727/28 den ersten Bauabschnitt (Chor, Querschiff, Mittelschiff).
Ende des 18. Jahrhunderts wird das Schiff um zwei Gewölbefelder verlängert und es wird mit den Arbeiten am Glockenturm und Portalvorbau begonnen. Die Arbeiten werden um 1820 abgeschlossen.
In dieser recht streng wirkenden heiligen Stätte erweckt das sehr reiche Mobiliar die Aufmerksamkeit des Besuchers.
Jede Seitenkapelle, jeder Arm des Querschiffs wie auch der Chor weisen Altarbilder auf. Das älteste stammt aus den Jahren um 1690 (Altarbild des heiligen Isidor im südlichen Querschiff).
DER HEILIGE PATERN UND DIE TRO BREIZ-WALLFAHRT
Die ersten schriftlichen Quellen, die auf die Ausübung des Christentums in Vannes hinweisen, stammen aus dem 5. Jahrhundert.
Um 465 kommt ein Provinzkonzil unter Bischof Perpetuus von Tours „in der Kirche von Vannes“ zusammen.
Paternus, einer der sechs anwesenden Prälate, gilt als der erste Bischof von Vannes.
Es hat den Anschein, als organisiere sich das christliche Leben in Saint Patern im Laufe des 7. Jahrhunderts.
Im 12. Jahrhundert bestätigt die Rückgabe der während der normannischen Invasionen nach Berry überführten Reliquien des heiligen Patern an die Kathedrale von Vannes die Verehrung des ersten Bischofs der Stadt.
Die Reliquien werden in der Kirche Saint-Patern ausgestellt, die damit zu einer Etappe der Tro Breiz Wallfahrt wird.
Die Tro Breiz Wallfahrt erscheint im Mittelalter.
Alleine oder in einer Gruppe vollführt der Pilger seine „Tour durch die Bretagne“ und betet an den Gräbern der sieben Heiligen und Gründer der ältesten bretonischen Bischofssitze:
Ende des Mittelalters kommt die Tro Breiz aus der Mode, erfährt aber seit einigen Jahren eine gewisse Wiederbelebung und vereinigt Pilger, Wanderer oder Menschen, die sich für die Geschichte der Bretagne begeistern.
DIE COHUE
Eingetragen in die Liste historischer Denkmäler (Portal und drei Türen):
25. Januar 1929
Im Mittelalter bezeichnet dieses Wort in Westfrankreich die Marktflecken.
Im Herzen der umfriedeten Stadt gelegen ist die Cohue von Vannes im Mittelalter im Besitz des Herzogs der Bretagne, einem der höchsten Lehnsherren der Stadt.
Es liegen Belege aus dem 13. Jahrhundert vor. Zu diesem Zeitpunkt besteht sie aus einem einzigen Schiff (dem derzeitigen Mittelschiff) und beherbergt die Händler der Stadt.
Im 15. Jahrhundert wird der herzogliche Gerichtssaal im oberen Stockwerk eingerichtet.
Im 17. Jahrhundert werden erhebliche Umbauarbeiten im oberen Saal vorgenommen, in dem seit 1552 die „présidial“ genannte königliche Gerichtsbarkeit tagt.
Während seines Exils, von 1675 bis 1689 tagt das Parlament der Bretagne dort. Gleichzeitig werden die Seitenschiffe überdacht.
In der Cohue befinden sich heute die Dauer- und Wanderausstellungen des Museums für schöne Künste in Vannes.
KATHEDRALE SAINT-PIERRE
Klassifizierung als historisches Denkmal:
30. Oktober 1906
Auf der Kuppe des Mené-Hügels thront die unbedingt sehenswürdige Kathedrale Saint-Pierre über der umfriedeten Stadt.
Im 15. Jahrhundert wird mit dem Wiederaufbau der romanischen Kathedrale begonnen.
Letztere ist baufällig und zu klein, um die sich um das Grab des
Zwischen 1450 und 1520 werden das große Mittelschiff mit seinen Seitenkapellen errichtet, die zwischen den mächtigen Strebepfeilern, der westlichen Fassade und dem Querschiff liegen. Der Nordturm der romanischen Fassade wird bewahrt.
Einige Jahre später wird nördlich der Kathedrale die Kapelle des Saint-Sacrement, ein Schmuckstück der Architektur der Renaissance erbaut.
Während der Gegenreform wird die Kirche mit neuem liturgischem Mobiliar ausgestattet, wie beispielsweise das Saint-Vincent gewidmete barocke Altarbild.
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts werden die Gewölbe des Gebäudes und der neue Chor errichtet.
Im 19. Jahrhundert macht der schlechte Zustand des Gebäudes den Wiederaufbau der westlichen Fassade im neogothischen Stil erforderlich, den die Nacheiferer von Viollet Le Duc so schätzten.
CHATEAU-GAILLARD
Klassifizierung als historisches Denkmal:
3. Januar 1913
Dieses am oberen Ende der rue Noé gelegene Bürgerhaus vom Anfang des 15. Jahrhunderts hat seine ursprüngliche Aufteilung bewahrt.
Das von Jean de Malestroit, dem Kanzler des Herzogs Jean V erbaute Haus spiegelt den sozialen Rang des Auftraggebers wider.
Das auf einer schmalen Parzelle errichtete Bürgerhaus wurde über vier Stockwerke gebaut und besteht aus zwei an einander liegenden Gebäuden, die in zwei Bauabschnitten errichtet wurden.
An der Vorderfront liegt in dem als Haupteingang dienenden Turm eine Wendeltreppe, die alle Stockwerke bedient.
Im zweiten Stock wurde im 17. Jahrhundert das „cabinet des Pères du désert“ (Kabinett der Väter der Wüste) mit Gemälden im flämischen Stil eingerichtet.
Im Château-Gaillard befinden sich heute die prähistorischen, gallo-römischen und mittelalterlichen Sammlungen des Geschichtsmuseums von Vannes.
KAPELLE SAINT-YVES
Eingetragen in die Liste der historischen Denkmäler :
Als Dependance des sich damals unter Leitung der Jesuiten befindlichen Kollegiums der Stadt wurde diese Kapelle zwischen 1661 und 1685 nach den Plänen von Bruder Charles de Turmel, dem Architekten der Compagnie de Jésus gebaut.
Diese Kapelle ist ein für den jesuitischen Stil der Epoche sehr repräsentatives Gebäude und ist von italienischen Barockmodellen inspiriert.
Die auf einem Granitsockel aus weißem Stein erbaute zweistöckige Kapelle wird von einem Frontspitz überragt, in das das Monogramm der Jesuiten graviert ist:
IHS (Jesus Hominum Salvator).
Die Architektur des nüchternen, von einer Rückkehr zu den grundlegenden Werten des Christentums geprägten Gebäudes weist einfache Räume auf:
ein einziges Schiff ein wenig vorspringendes Querschiff und einen verkleinerten Chor.
Auch die Innendekoration ist diskret
Den Chor schmückt jedoch ein monumentales Altarbild von 1684 des Bildhauers und Architekten Jean Boffrand.
Die Kapelle Saint-Yves ist für die Öffentlichkeit geschlossen
DIE BÜRGERHÄUSER
Im Laufe des 17. Jahrhunderts erlebt Vannes eine erhebliche architektonische Erneuerung.
Die bis dahin kaum gebräuchlichen Steinbauten entwickeln sich und werden durch die provisorische Niederlassung des bretonischen Parlaments in Vannes noch begünstigt.
In der umfriedeten Stadt werden viele Bürgerhäuser aus Granit und weißem Stein gebaut.
Hôtel de Franchville Eingetragen in die Liste historischer Denkmäler (Warte und Bedachung):
25. Januar 1929
Das an der Ecke des Place du Poids-Public und des Place des Lices gelegene Haus stammt aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts.
Das vierstöckige aus Tuffstein und Granit gebaute Haus verfügt ebenfalls über eine elegante Eckwarte aus Tuffstein unter einem geschwungenen Dach.
Diese überraschende Anordnung gibt den Blick auf zwei Plätze frei und verleiht dem Gebäude den deutlichen Ausdruck einer Adelsfamilie aus Vannes.
Hôtel Senant
Im Schatten der Kathedrale nimmt das Bürgerhaus Senant in der rue de
Die dreißig Meter lange Fassade ist teilweise zerstört worden, als die senkrechten Streifen in den Fenstern zerstört wurden.
Das Haus besteht aus dem Erdgeschoss, einem 1. Stock und einem weiteren Stockwerk unter dem Dach mit Dachfenstern, über die sich dreieckige Giebel aus weißem Stein erheben.
Auf einem ist die Jahreszahl 1680 zu lesen. Durch das Eingangsportal lässt sich ein kleiner vor den Blicken von der Straße geschützter Hof mit Garten erahnen.
Hôtel de Roscanvec
Dieses Wohnhaus wurde um 1680 von Jean de
In der engen rue des Halles vermittelt das Gebäude den Eindruck, inmitten der mittelalterlichen eng bemessenen Parzellen zu atmen.
Den Bürgerhäusern der großen Städte ist die Lage parallel zur Straße zwischen einem Hof und einem blickgeschützten Garten hinter dem Haus abgeschaut.
Das im 18. Jahrhundert umgebaute Haus war bis zur Revolution im Besitz der Familie Roscanvec.
PRÄFEKTUR
Eingetragen in die Liste historischer Denkmäler (Fassade und Bedachung):
29. Oktober 1975
Das imposante Präfekturgebäude wurde am 23. August 1865 unter Napoleon III eingeweiht.
Das auf den Überresten eines alten Jakobinerklosters erbaute majestätische Gebäude lehnt sich, wie viele öffentliche Gebäude des Second Empire, an den Stil Louis XIII an.
Die vom Architekten des Departements Amé entworfene U-Form liegt um einen Ehrenhof, den hohe Zäune vom Platz trennen.
Die Zusammensetzung des Gebäudes, bestehend aus einem Mittelteil und zwei rechtwinklig abgehenden Seitenflügeln vereint drei Funktionsräume gleichzeitig.
Im Mittelteil zum Innenhof liegen die Empfangsräume und die Privaträume des Präfekten; im rechten Flügel sind die Abteilungen des Generalrates untergebracht. Im linken Flügel liegen die Nebenräume und Archive. Die zeltförmige Überdachung gestaltet die Front des Mittelteils und dessen breites Giebeldreieck.
Das behauene Dekor des Giebeldreiecks erinnert an das Empire (Kaiseradler), aber auch an die Geschichte der Bretagne mit Darstellungen von Nominoé, Graf von Vannes (819-851) und Alain Barbe-Torte (936-952), zwei Aushängeschildern der hochmittelalterlichen Bretagne. Um die Präfektur liegen
Der größte Teil dieser Parkanlage besteht aus einem englischen Garten, der 1862 von Varé, einem Landschaftsarchitekten aus Paris entworfen wurde, der auch den Entwurf des Bois de Boulogne gemacht hat.
Unterhalb des Flügels mit den Archiven wurde 1975 auf
Dieser Park ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.
RATHAUS
Eintragung in die Liste historischer Denkmäler :
Das am 11. Juli 1886 eingeweihte Rathaus weist die Form eines vom Architekten Amand Charier gewollten Neo-Renaissanceschlosses auf.
Die freie Lage auf dem alten Marktplatz hebt den Bau, die hohe vierstöckige Fassade aus weißem Stein und den symmetrischen Stil hervor; Säulen und Pilaster prägen die Öffnungen.
Viele Skulpturen runden das Außendekor dieses Gebäudes ab, das Symbol der städtischen Macht ist.
Wie ein Uhrenturm dominiert das Kampanile die Landschaft.
Im Innenbereich sind große Räume über eine Ehrentreppe erreichbar, die zum Festsaal im ersten Stock führt.
In diese bemerkenswerten Räumlichkeiten fällt das Licht durch ein Kirchenfenster ein, das die Hochzeit von Anne de Bretagne und Karl dem Achten im Jahr 1491 darstellt, während ein mittig verlaufendes Glasdach mit dem Stadtwappen ein weiches Licht auf den Marmor der Geländer und Treppen wirft.
FISCHHALLE
1821 wurde angrenzend an die Rückseite der Häuser in der rue Saint-Vincent eine erste Fischhalle am Place de
Da die örtlichen Fischer ein größeres und hygienischeres Gebäude forderten, wurde 1880 unter Leitung des Architekten El de Lamarzelle eine neue Halle errichtet.
Die
Im Innenbereich stützen 18 gusseiserne, teilweise mit Jakobsmuscheln verzierte Pfeiler einen Dachstuhl aus Metall.
Heute liefern die Fischer ihre Produkte nicht mehr am Hafen an, aber die Hallen sind täglich, insbesondere an den Markttagen Mittwoch und Samstag gut besucht.
WASCHHAUS
Das an der Marle gelegene Waschhaus am Fuß der Stadtmauern gehört wahrscheinlich zu den am meisten fotografierten Sehenswürdigkeiten von Vannes.
Es wirkt zwar sehr alt, wurde aber erst zwischen 1817 und 1821 errichtet. Es besteht aus einer Galerie unter einem Schieferdach, das der Flussbiegung folgt und einem Stockwerk mit Fachwerkfassade.
Die vielen „Waschfrauen“ oder Wäscherinnen von Vannes arbeiteten unter dieser Galerie.
Die vielen Schornsteine zeigen, wo sich die Waschküchen seinerzeit befanden.
Seit 1928 ist das Waschhaus
Dort befindet sich heute das für die Animation des Kulturerbes der Stadt Vannes verantwortliche Amt.
DIE FACHWERKHÄUSER
Die ältesten stammen aus dem 15. Jahrhundert. Es sind nur wenige.
Vannes verfügt über einen erheblichen Bestand an Fachwerkhäusern.
Die aufgrund ihres insbesondere an den Erkern sorgfältig ausgearbeiteten Dekors bemerkenswertesten Exemplare stammen aus dem 16. Jahrhundert.
Sie stehen beispielsweise in der rue Saint-Salomon oder im quartier Saint-Patern
Damals lagen Geschäfte im Erdgeschoss.
So gibt es an der Ecke der rue Noé ein Firmenschild, das die Eigentümer des Hauses zeigt, die traditionsgemäß „Vannes et sa femme“ genannt werden.
Das Skelett der Häuser besteht aus senkrechten Pfeilern, die sich auf waagerecht verlaufende Hölzer, die Brustriegel stützen; schräg verlaufende Teile, die als Sparren in Form eines Andreaskreuzes montiert werden, sichern die Stabilität des Tragwerks.
Der Zwischenraum zwischen den Hölzern wird mit Strohlehm (Mischung aus Lehm und Stroh) gefüllt.
VANNES ET SA FEMME (VANNES UND SEINE FRAU)
Diese Granitskulptur schmückt die Fassade eines Fachwerkhauses aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Zwei Personen, über deren Identität man nicht wirklich Bescheid weiß, lächeln den Passanten zu.
Vermutlich handelt es sich um ein Firmenschild, dessen Botschaft heute nicht mehr klar ist.
En 1878, les propriétaires de Conleau dotent l'île d'aménagements à caractère balnéaire :
1878 verleihen die Eigentümer von Conleau der Insel den Charakter eines Badeortes:
CONLEAU
ein Meerwasserschwimmbad mit Badehäuschen, ein Restaurant, ein großes Hotel, Ferienhäuser werden errichtet; sogar ein Casino wird geplant.
Seit 1879 verbindet eine Deichstraße die Insel mit dem Festland und begünstigt die Entwicklung des kleinen Badeortes.
Was früher eine Insel war, ist heute zu einem „Stadtviertel“ von Vannes geworden
Die alten Villen im damals sehr modernen Stil schweizerischer Chalets stehen noch heute.
Das Schwimmbad gehört heute der Stadt und wird insbesondere von der Jugend in Vannes sehr geschätzt.
Der Freizeithafen Conleau ist auch Ausgangspunkt für einen Ausflug auf die Ile d’Arz.
L'IMMEUBLE PETITS-FERS
Eintragung in die Liste historischer Denkmäler (Fassade, Dach und Metallstruktur):
30. Mai 2000
Dieses der Präfektur gegenüber liegende Gebäude macht durch seine Vielseitigkeit und die unterschiedlichen für die Fassade verwendeten Materialien auf sich aufmerksam.
Bemerkenswertes Schmuckwerk vereint Backstein, weißen Stein, Säulen aus Gusseisen und emaillierter Keramik.
Ursprünglich befand sich in diesem Gebäude aus dem Jahr 1894 eine alte Grossisten-Eisenwarenhandlung, die Fa. Petit-Fers.
Das Gebäude hat zwei Stockwerke:
über den sehr geräumigen Geschäftsräumen liegen die Wohnräume im Dachgeschoss.
HÄUSER AUS DEN 30ER JAHREN
Zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg vergrößert sich das Stadtgebiet von Vannes. Privateigentümer sorgen für die Parzellierung beispielsweise in der rue de Metz (Parzellierung Gy), rue Paul Doumer (Parzellierung Rochard), rue Paul Helleu (Parzellierung du Jointo), rue Olivier de Clisson (Parzellierung Martine).
Der Bau von Eigenheimen, der sich dort entwickelt, wird durch vielseitige Architektur aus vielen Architekturkatalogen oder–zeitschriften inspiriert.
Die häufig L-förmigen Häuser weisen verzierte Giebelfassaden auf.
Häufig liegt der Giebel auf einer Linie mit der Garage, dem Wahrzeichen des modernen Eigentümers.
Die straßenseitige Fassade ist häufig farbig verputz, unterschiedlich modern und mit Keramik oder Mosaiken verziert.
Der gesamte Fassadenschmuck mit Schmiede- oder Gusseisen an den Balkons und Eingangstüren lehnt sich häufig an den Art Déco-Stil an, der in der internationalen Ausstellung 1925 bestätigt wurde.
Diese Architektur verneinte jeden Bezug zur herkömmlichen Architektur und ist zu dieser Zeit in vielen Städten Frankreichs wiederzufinden.
DIE MODERNEN KIRCHEN
Innerhalb von 10 Jahren werden in Vannes im Zeitraum 1959 bis 1968 vier neue Kirchen geweiht:
Saint-Pie X en 1959, Saint-Guen en 1967, Notre Dame de Lourdes et Saint-Vincent en 1968.
1959 Saint-Pie X, 1967 Saint-Guen, 1968 Notre Dame de Lourdes und Saint-Vincent.
Hier zwei Beispiele :
Saint-Pie X (1959)
Guy Caubert de Cléry, Architekt in Vannes, wird mit dem Projekt zum Bau einer neuen Kirche im Stadtviertel
Er lässt sich von dem Bauplan der Kirche von Riese in Italien inspirieren, dem Geburtsort von Papst Pius X. Als Baumaterial wählt er Stahlbeton.
Das strahlende Weiß des
Die großen Kirchenfenster des Südportals aus Glassplitterplatten wurden von André Mériel Bussy entworfen und von Lorin, Glasermeister in Chartres, hergestellt.
Saint-Guen (1966-1967)
wurde südlich des neuen Stadtviertels Ménimur erbaut und ist dem Schutzpatron Saint Guénaël geweiht.
Den Besucher beeindruckt zunächst der hohe, pyramidenförmige Dachstuhl, aber auch der getrennt stehende runde Glockenturm.
Der säulenlose Innenraum gibt den Blick auf die gesamte Versammlung in einem einzigen Raum frei.
Die Architekten Eric Kasper und Jacques Maisonneuve haben hier einen modernen und originellen Altarraum geschaffen, in dem durch farbige Kirchenfenster Licht auf die regional übliche Mischung aus Granit und Holz fällt.
Nahe der Kirche sind die Überreste der zerstörten Kapelle des Priorats von Saint Guen, einer Dependance des Klosters Saint-Gildas de Rhyus wieder aufgebaut worden.
DER HAFEN
Das ganz im Inneren des Golfes gelegene Vannes und sein Hafen liegen an einer Flussmündung.
Bis zum 19. Jahrhundert stellt der Seehandel eine der Bereicherungsquellen der Stadt dar.
Aufgrund der Verschlammung des Flussbettes war die Stadt jedoch ständig gezwungen, die Hafenanlagen zu ändern und zu vergrößern. Vannes ist seit der gallo-römischen Zeit ein Zentrum des Seehandels.
Laut mehrerer Hypothesen befindet der antike Hafen sich in der Nähe der Präfektur, am Fuß des Hügels Boismoreau, an der Stelle des antiken Zentrums.
Da sich die Uferlinie nach und nach zurückzog, musste der Hafen in Richtung Süden verlegt werden.
Ende des 14. Jahrhunderts lag er vermutlich zwischen dem Place de
Mit der Erweiterung der Stadtmauern näherte sich die eingefriedete Stadt dem Hafen, zu dem das Gréguennic-Tor den Zugang freigibt.
Quellen aus dem 15. Jahrhundert erwähnen le vieil port es douves de la ville, un quay au vin in der Nähe der Wassergräben und der Barbakane Gréguennic.
Im 17. Jahrhundert liegt der Hafen nach wie vor südlich der umfriedeten Stadt. Der Seehandel ist auf seinem Höhepunkt.
1624 wird das Tor Saint-Vincent in die Stadtmauer eingelassen.
Um den Warenverkehr, insbesondere mit dem Hauptimportgut Wein zu vereinfachen, wird am rechten Ufer ein erster Steinkai errichtet, an dem sich die ältesten Handelshäuser befinden.
Im 18. und 19. Jahrhundert werden die Kais beidseitig der Fahrrinne verlängert.
Die Werft erlebt ihre Blütezeit.
Im Zuge der Stadtverschönerung beschließt die Stadt 1712 die Anlage einer schattigen Promenade am rechten Ufer.
Die speziell für die Küstenschifffahrt entworfenen schnellen Heringslogger gereichen den Zimmermännern aus Vannes zu Ruhm.
Die „Rabine“ ( bepflanzte Allee) wird im Zuge des Kaiausbaus der folgenden Jahrhunderte verlängert.
Im Zuge der Stadtverschönerung und verkehrsbedingt wird gegen 1830/1840 der Place Gambetta angelegt.
Die Gebäude liegen im Halbkreis um den Platz.
Das Projekt wird nacheinander von den Architekten Brunet-Debaines und Marius Charrier betreut.
Der Durchstich des Kérino-Hügels stellt jedoch die größte bauliche Herausforderung des beginnenden 19. Jahrhunderts dar.
Dieser in der Bretagne einmalige Vorgang zielt darauf ab, die Fahrrinne zum Hafen zu begradigen, um den Seehandel weiterhin zu ermöglichen.
Der Seehandel versiegt jedoch gegen Ende des Jahrhunderts.
Der Hafen wendet sich dem Warentransport und der Beförderung der ersten Touristen auf die Inseln im Golf zu.
Heute ist der Hafen mit dem 1976 eingerichteten Gezeitenbecken ein Jachthafen.
In den nächsten Jahren wird der Hafen mit der Umsetzung des vom Stadtrat 2003 beschlossenen Begradigungsprojektes erneut umgebaut (Einrichtung einer Tiefgarage, einer neuen Hafenverwaltung, Neugestaltung der Kaianlagen ...).
Die weiter oberhalb liegende Werft verfügt über Spitzentechnologie und baut große Hochseeregattasegler.
Saint Vincent Ferrier
Geboren
Als Priester und Meister der Theologie nimmt er aktiv an dem Großen Abendländischen Schisma teil, das das Christentum zwischen 1378 und 1417 spaltet.
Er steht dem Kardinal Aragon Pedro de Luna nahe und unterstützt den Papst von Avignon gegen den römischen Papst.
Als Pedro de
Um die Einheit der Kirche zu unterstützen, lässt er 1416 die Sache Benedikts fallen und erkennt den Papst in Romm an.
Vincent Ferrier ist ebenfalls Prediger
Ab 1399 reist er durch Europa (Italien, Frankreich, Schweiz…).
fürchterlichen Strafpredigten zum Jüngsten Gericht zu hören.
Große Menschenmengen kommen, um diesen bemerkenswerten Redner und seine
1418 kommt Vincent Ferrier im Alter von 68 Jahren in die Bretagne
Auf Bitten des Herzogs Jean V unterrichtet der dominikanische Prediger das bretonische Volk, dessen Glauben Christentum und volkstümliches heidnisches Gedankengut vermischt.
Seine Reise durch die Bretagne führt ihn durch eine recht wohlhabende Region, denn Jean V verhält sich in dem damals das Königreich Frankreich verwüstenden Konflikt mit England neutral, die Bevölkerung jedoch leidet unter Pest und Hungersnöten.
Fast zwei Jahre lang durchstreift Vincent Ferrier das Herzogtum und kehrt erschöpft und krank nach Vannes zurück, wo er 1419 stirbt. Er ist in der Kathedrale Saint-Pierre beigesetzt.
Das von den Herzögen der Bretagne aktiv geforderte Verfahren zur Heiligsprechung wird 1451 eingeleitet. 1455 erlässt der Papst Kalixt III das Dekret zur Heiligsprechung