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Das Abwassersammelsystem

Die Abwasseraufbereitung der Stadt Vannes begann 1966 mit der Verlegung von Hauptsammlern, die von Nord nach Süd durch die Stadt führen und das sich entwickelnde Stadtzentrum und insbesondere den Bereich Ménimur anschlossen.
Seither hat sich das Kanalisationsnetz mit der Stadtentwicklung ausgedehnt.
Heute erstreckt sich das Abwasserleitungssystem auf 231 km.
Dank dieser Infrastruktur sind etwa 98 % der Bevölkerung an die Kanalisation angeschlossen.
Der Transport des Schmutzwassers in die Kläranlagen erfolgt über Schwerkraft oder Förderdruck.
Vannes verfügt über etwa zehn Abwasserpumpwerke mit Förderpumpen, die die Abwässer unter Druck durch die Leitungen in die Kläranlagen führen.


Die Kläranlagen


Die Stadt Vannes verfügt über zwei Kläranlagen zur Aufbereitung des Schmutzwassers.

 

Kläranlage Tohannic


Die Ende 1996 gebaute und in Betrieb genommene Kläranlage Tohannic mit einer Nominallast von 60.000 Einwohnergleichwerten ist in der Lage, 9.500 m3/Tag biologisch über Aktivschlämme mit verlängerter Belüftung aufzubereiten.La station d'épuration de Tohannic


Die sechs Phasen der Aufbereitung

1.Vorbehandlung

Die wichtigste Rolle dieser ersten Phase besteht darin, die Ausstattung und Aufbereitungsbauwerke selbst zu schützen:

- Die größten Abfallbestandteile werden von zwei Rechenreinigungsmaschinen aufgefangen.

- Der Sand setzt sich vor Waschung und Abtropfen natürlich am Boden des Sandfangs ab

- Fette, deren Flottation durch Luftinjektion optimiert wird, werden vor Einlauf in Phase 5 abgeschöpft.

2. Biologische Aufbereitung

Anschließend werden die Abwässer zur Phosphatelimination und Belüftung in zwei Becken geleitet.
In diesen Werken erfolgt die Umwandlung der gelösten Verunreinigung durch sich natürlich entwickelnde Bakterien.
Je nach Art der verunreinigenden Stoffe benötigen einige Mikroorganismen Sauerstoff, andere nicht.
Dazu werden die Becken in zwei Teile geteilt, der eine wird durch feine Blasen mit 5.000 m3/Std. belüftet.
Aufgrund der permanenten Entwicklung dieser Bakterien werden täglich Schlämme in Richtung Phase 6 extrahiert.


3. Klärung des behandelten Abwassers

Aufgabe der beiden Klärbecken ist, die sich aus der vorhergehenden Phase ergebenden Klärschlämme von dem durch natürliche Dekantierung gereinigten Wasser zu trennen.
Das am Rande gesammelte Oberflächenwasser wird nach Analyse im Labor der Kläranlage in die Umwelt zurückgeleitet.
Die Klärschlämme werden wieder in Phase 2 eingeführt, um erneut die dauernd einfließende Verunreinigung zu absorbieren.


4. Aufbereitung des Geruchs

Abwässer und Nebenprodukte produzieren Geruchsbelästigung.
Zum Erhalt der Umwelt und zur Verbesserung der Betriebsbedingungen wird die Luft dort angesaugt, wo die Gefahr der Geruchsbildung besteht und mit Säure, Chlor  und Soda gewaschen.


5. Behandlung von Sand und Fetten

Der Sand tropft in einer Transportschnecke ab.
Anschließend wird er auf eine Deponie verbracht.
Die in einem Aufbereitungswerk gesammelten Fette dienen den Bakterien als Nahrung.
Ihr Wachstum wird durch Belüftung und Fettzugabe begünstigt.
Sie werden zurück in Phase 2 geführt.

6. Aufbereitung der biologischen Schlämme

Die dem Wasser entzogenen Schlämme stellen eine organische Veränderung der nicht unerheblichen Stickstoff- und Phosphorgehalte dar.
Sie werden in zwei Phasen konzentriert:
- La centrifugation à l’issue de laquelle elles contiennent malgré tout 80% d’eau (ou 20% de siccité).
- Bei der Flottation wird die Ausgangskonzentration verachtfacht
- Nach der Zentrifugation enthalten sie trotz allem 80 % Wasser (oder 20 % Trockengehalt).


Die entwässerten Schlämme werden vor der Lagerung in einem überdachten Silo in eine Kalkungsanlage geführt.
Alle Durchgänge der Materie werden von einer Brückenwaage gezählt.
Parallel zum herkömmlichen Verfahren setzt die Stadt Vannes eine originelle Technik, Biolysis®E genannt ein, die die Produktion der Restschlämme um 70 % reduzieren soll.
Das Verfahren kann folgendermaßen zusammengefasst werden:
eine erhebliche Menge Klärschlamm wird permanent in Höhe der Belüftungsbecken entnommen. Diese Fracht wird in den besonderen Reaktor eingeleitet und bleibt dort 40 Stunden bei 65°, bevor sie dort wieder eingeleitet wird, wo sie entnommen wurde.
Ende 2006 ist das Projekt kurz vor der Umsetzung.
Tohannic kann im Großraum gesammeltes Kanalisationwasser auffangen.

Kläranlage Prat


Die Kläranlage im Industriegebiet Prat wurde 1981 in Betrieb genommen und 1995 den EWG-Normen angepasst. Ihre Nominalkapazität liegt bei 35.000 Einwohnergleichwerten, d.h. einer täglich aufzubereitenden Verunreinigungsfracht von 2.100 kg biologischem Sauerstoffbedarf (BSB5).

In diesen Kläranlagen können täglich 5.500 m3 im biologischen Aktivschlammverfahren mit verlängerter Belüftung aufbereitet werden.


Die fünf Aufbereitungsphasen

1.Heben und Sieben

Das über zwei Schwerkraftkollektoren in die Kläranlage gelangende Rohwasser wird über eine Schnecke angehoben und automatisch vor Einleitung in die Vorbehandlung gesiebt, um grobe Rückstände (Tücher, Schwämme, Fläschchen, etc...) zu beseitigen.

2.Sand- und Fettbeseitigung

Sand und Fett muss vor Eintritt in das Belüftungsbecken gesammelt werden, um Ablagerungen, Verschlammung der Kanalisation und der Pumpen zu verhindern und, um biologisch nicht abbaubare Fette zu beseitigen.
Diese Aufbereitung erfolgt in einem länglichen Abstreiferbecken, in dessen niedrigem Teil der Sand sich absetzt, gepumpt wird, in einen Hydrozyklon und anschließend zu einem Sandwäscher gesandt wird.
Fette, die durch Einblasen von Mikroluftbläschen zu beschleunigter Flottation neigen, werden abgestreift und in einem Graben gelagert, bevor sie in eine Deponie verbracht werden.

3.Belüftungsbecken

In diesem 6 000 m3 fassenden Werk kommen die Abwässer mit reinigenden Mikroorganismen in Kontakt, die sich in den Schlämmen befinden.
Dies ist die wichtigste Aufbereitungsphase.

4.Sedimentationsbecken

Um die Trennung des geklärten Wassers und der Schlämme sicherzustellen, wird die Mischung in den mittleren Teil eines runden Beckens mit einem Durchmesser von 28 m und einem Fassungsvermögen von 1.530 m3 eingeleitet.
Die Schlämme setzen sich am Boden des Beckens ab und das geklärte Wasser wird über einen Überlauf abgeführt.
Um eine schnelle Rückleite der Schlämme in das Belüftungsbecken sicherzustellen, werden diese über eine Absaugbrücke am Boden des Sedimentationsbeckens zurückgeführt.
Überschüssige Schlämme werden zu einem statischen Eindicker zurückgeführt, bevor sie mechanisch in Zentrifugen getrocknet werden, wodurch ein Trockenheitsgrad von annähernd 15 % erreicht werden kann.
Die Trockenschlämme werden gekalkt und in ein Kompostierungszentrum verbracht.

5.Aufbereitung des Geruchs

Abwässer und Nebenprodukte produzieren Geruchsbelästigung.
Zum Erhalt der Umwelt und zur Verbesserung der Betriebsbedingungen wird die Luft dort angesaugt, wo die Gefahr der Geruchsbildung besteht und mit Chlor und anschließend mit Soda gewaschen.
Vor der Einleitung in die Umwelt wird das aufbereitete Wasser in einem Registriergerät gezählt.